Montag, 14. Mai 2012

Kellnern mit den Donots



Ingo Donot springt beherzt in die tobende Masse und lässt sich auf Händen zur nächsten Theke tragen. Der Rückweg zur Bühne gestaltet sich schon komplizierter, denn mit einem Pinnchen Jägermeister in der Hand crowdsurft es sich doch etwas schwerer. Nichts soll verschüttet werden. Das Publikum nimmt die Herausforderung an und bringt Sänger und Schnaps zumindest einigermaßen unversehrt zurück zur Bühne. Geschafft. Ohrenbetäubender Jubel bestätigt, was eigentlich schon alle wissen: Wir haben alle verdammt viel Spaß und so kann es weitergehen. Die Kölner Live Music Hall bebt unter den Sprüngen des Publikums und in der gigantischen Discokugel spiegeln sich beeindruckende Moshpits. Die Band ist dieses Jahr volljährig und der Abend ist eine Megaparty.
Kellnern mal Anders- Ingo auf dem Weg zur Bar
Die Donots brauchen nicht lange bitten. Sie bekommen alles von ihren Fans, ob klatschen, singen, grölen, hüpfen, tanzen oder hinknien, egal ob auf Kommando, Androhung von körperlicher Gewalt von Guido Donot oder gänzlich ohne. Immer wieder wird aus einzelnen begeisterten Stimmen ein Meer aus spontanen Sängern - aus einzelnen Händen ein rhythmischer Chor. Als die Band zum ersten Mal die Bühne verlässt, hat sie eigentlich gar keine andere Wahl als noch mindestens drei Zugaben zu spielen, nachdem das Publikum den Refrain von „We’re not gonna take it“ anstimmt und noch lange nachdem die Band auf die Bühne zurückgekehrt ist weitersingt.
Es ist ein Abend voll entspanntem Spaß, eingängigen Melodien, gutgelaunten und sympathischen Menschen sowohl auf als auch vor der Bühne und auch voller einprägsamer Bilder. Fest steht, dass neue Songs wie ‚Chasing the Sky‘ oder ‚Come Away With Me‘ nun für immer untrennbar mit einem Meer von rhythmisch winkenden Armen verbunden sein werden.

2. Stagedive- Ingo wird vom Publikum gestützt (physisch wie stimmlich)
Die Setlist ist bunt durchgemischt. Neben altbekannten Stücken sind auch einige Stücke vom neuen Album, „Wake the Dogs“ dabei. Das neue Album ist tendenziell ruhiger als die Vorherigen und statt mit dem markanten „wohoo yeahiyeah“  von ‚Goodbye Routine‘ zu enden gibt es ebenfalls neue Lieder auf die Ohren, was die Qualität des Abends aber nicht schmälert. Für Fußballfans war auch gesorgt denn J.D. Donots linkes Bein fungiert als Live-Ticker im Spiel Dortmund gegen Bayern. 5:2 für Dortmund, aber 7:1 im Citybattle Köln gegen Hamburg an diesem Abend in der Live Music Hall. Guido Donots Stimme ist nach zwei bis drei beherzt gegrölten Songs für den Eimer und es hat sich gelohnt.

Miss Hares Fazit: Solides Konzert in sympathischem Rahmen, eine Band, die weiß, wie man eine gute Party schmeißt und sich auch einfach mal von ihren Fans beeindrucken lässt. Immer und immer wieder.
Miss Hatters Fazit: Die Ibbenbürener Jungs machen einen sehr glücklichen Eindruck und posten auf ihrer Page: „Das in 18 Jahren größte Köln-DONOTS-Konzert war eine einzige Party - und jetzt 6:23 Uhr geht's für uns ins Bett! Danke ihr Durchdreher!!“
Da bleibt nur eins zu sagen: Gern geschehen *knicks*. Ein großer Spaß für große Leute, die kleineren müssen hüpfen. 

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