Ingo Donot springt beherzt in die tobende Masse und lässt
sich auf Händen zur nächsten Theke tragen. Der Rückweg zur Bühne gestaltet sich
schon komplizierter, denn mit einem Pinnchen Jägermeister in der Hand
crowdsurft es sich doch etwas schwerer. Nichts soll verschüttet werden. Das
Publikum nimmt die Herausforderung an und bringt Sänger und Schnaps zumindest
einigermaßen unversehrt zurück zur Bühne. Geschafft. Ohrenbetäubender Jubel
bestätigt, was eigentlich schon alle wissen: Wir haben alle verdammt viel Spaß
und so kann es weitergehen. Die Kölner Live Music Hall bebt unter den Sprüngen
des Publikums und in der gigantischen Discokugel spiegeln sich beeindruckende
Moshpits. Die Band ist dieses Jahr volljährig und der Abend ist eine Megaparty.
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| Kellnern mal Anders- Ingo auf dem Weg zur Bar |
Die Donots brauchen nicht lange bitten. Sie bekommen alles von ihren Fans, ob klatschen, singen, grölen, hüpfen, tanzen oder hinknien, egal ob auf Kommando, Androhung von körperlicher Gewalt von Guido Donot oder gänzlich ohne. Immer wieder wird aus einzelnen begeisterten Stimmen ein Meer aus spontanen Sängern - aus einzelnen Händen ein rhythmischer Chor. Als die Band zum ersten Mal die Bühne verlässt, hat sie eigentlich gar keine andere Wahl als noch mindestens drei Zugaben zu spielen, nachdem das Publikum den Refrain von „We’re not gonna take it“ anstimmt und noch lange nachdem die Band auf die Bühne zurückgekehrt ist weitersingt.
Es ist ein Abend voll entspanntem Spaß, eingängigen Melodien,
gutgelaunten und sympathischen Menschen sowohl auf als auch vor der Bühne und
auch voller einprägsamer Bilder. Fest steht, dass neue Songs wie ‚Chasing the
Sky‘ oder ‚Come Away With Me‘ nun für immer untrennbar mit einem Meer von rhythmisch
winkenden Armen verbunden sein werden.
| 2. Stagedive- Ingo wird vom Publikum gestützt (physisch wie stimmlich) |
Die Setlist ist bunt durchgemischt. Neben altbekannten
Stücken sind auch einige Stücke vom neuen Album, „Wake the Dogs“ dabei. Das
neue Album ist tendenziell ruhiger als die Vorherigen und statt mit dem
markanten „wohoo yeahiyeah“ von ‚Goodbye
Routine‘ zu enden gibt es ebenfalls neue Lieder auf die Ohren, was die Qualität
des Abends aber nicht schmälert. Für Fußballfans war auch gesorgt denn J.D.
Donots linkes Bein fungiert als Live-Ticker im Spiel Dortmund gegen Bayern. 5:2
für Dortmund, aber 7:1 im Citybattle Köln gegen Hamburg an diesem Abend in der
Live Music Hall. Guido Donots Stimme ist nach zwei bis drei beherzt gegrölten
Songs für den Eimer und es hat sich gelohnt.
Miss Hares Fazit: Solides Konzert in sympathischem Rahmen,
eine Band, die weiß, wie man eine gute Party schmeißt und sich auch einfach mal
von ihren Fans beeindrucken lässt. Immer und immer wieder.

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